Nach den neuesten Daten des Statistischen Bundesamts waren 2009 14,6 % der Bevölkerung armutsgefährdet, d. h. sie lagen unter der Armutsgrenze von 60 % des durchschnittlichen Nettoeinkommens. Dabei ist das Armutsrisiko noch immer sehr ungleich verteilt, “Spitzenreiter” sind Mecklenburg-Vorpommern (23%), Sachsen-Anhalt (22%) und Bremen (20%). Auf alle Bundesländer gerechnet ist das Armutsrisiko im Osten noch deutlich höher als im Westen (ca. 20 % vs. 13 %).
Armutsrisiko immer noch im Osten höher als im Westen
30. August 2010Motivierte Hartz-IV-EmpfängerInnen
30. August 2010Auch aus der aktuellsten Studie des IAB (Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung) geht hervor, dass Hartz-IV-EmpfängerInnen motiviert sind sich Arbeit zu suchen, sie sind dafür zu hohen Konzessionen bereit. Wer nicht nach Arbeit sucht, ist meist gesundheitlich eingeschränkt. Die IAB-Studie widerlegt damit wieder einmal das Klischee von den Arbeitslosen, die es sich in der “Sozialen Hängematte” bequem machen.
Arbeitslose lernen mit Lebensmittelattrappen
26. August 2010Eine neue (Ausbildungs)maßnahme soll Hartz-IV-EmpfängerInnen für den Arbeitsmarkt fit machen. Lernen mit Lebensmittelattrappen im Fake-Supermarkt. Unglaublich, lesen Sie selbst!
Neues von Thilo Sarrazin
25. August 2010Thilo Sarrazin kann’s nicht lassen – oder wie die taz formuliert: “Deutschlands beliebtester Quartalsirrer Thilo Sarrazin ist zurück”. Ein ganzes Buch mit Propagandasprüchen über sozialschmarotzende MigrantInnen und die vermeintlich drohende Überfremdung hat er geschrieben. Zu lesen gibt es das Buch noch nicht, aber bereits einige Artikel dazu. Eine Auswahl ist hier verlinkt.
Der Armutsblog verabschiedet sich in die Sommerpause!
21. Juli 2010Der ArmutsBlog verabschiedet sich in die wohlverdiente Sommerpause. Ab Mitte August gibt es wieder aktuelle Nachrichten zum Thema Armut, Arbeitslosigkeit, Hartz IV, Wohnungslosigkeit…
2. World Vision Kinderstudie herausgegeben
8. Juli 2010Die 2. World Vision Kinderstudie von Klaus Hurrelmann und anderen ForscherInnen beschäftigt sich nicht ausschließlich mit armen Kindern, aber auch in dieser zweiten Studie wurde herausgearbeitet, dass Kinder je nach Schichtzugehörigkeit unterschiedliche Gestaltungsspielräume haben. Risikofaktoren für ein Aufwachsen in Armut sind eine niedrige soziale Herkunftsschicht, ein alleinerziehender Elternteil sowie fehlende Integration der Eltern in den Arbeitsmarkt. Fast die Hälfte der Kinder der Unterschicht haben einen
Migrationshintergrund. In der bundesweiten repräsentativen Befragung wurden Kinder im Alter von 6 bis 11 Jahren zu ihrer Lebenswelt, ihren Werten, Wünschen und Zielen befragt. Die Studie ist im Buchhandel erhältlich, eine Zusammenfassung kann downgeloadet werden.
Überdurchschnittliches Armutsrisiko in deutschen Großstädten
1. Juli 2010Wie das Statistische Bundesamt (StaBu) mitteilt, ist die Armutsgefährdung in deutschen Großstädten überdurchschnittlich hoch. Spitzenreiter 2008 war Leipzig mit 27 % Bevölkerunganteil unter der Einkommensarmutsgrenze (< 60 % des Durchschnittseinkommens), gefolgt von Hannover, Bremen und Dresden mit jeweils 22 %. Den geringsten Anteil an Armen hatte München mit 10 %. Der Bundesdurchschnitt lag 2008 bei 14 %. Eine Interpretation der Daten liegt zz. nicht vor.
Bildungskluft wird größer
18. Juni 2010Der neue Bildungsbericht 2010 ist erschienen. Das umfangreiche ForscherInnenteam stellt darin fest, dass die Bildungskluft (wie die Kluft zwischen arm und reich, s. Beitrag vom 15.6.10) größer wird. Neben positiven Entwicklungen wie dem Rückgang von SchulabsolventInnen ohne Hauptschulabschluss und einem Ausbau der Krippenbetreuung verschärfen sich offensichtlich die Problemlagen von benachteiligten Kindern, während andere die bestehenden Bildungsangebote erfolgreich nutzen können. So müssen nach Ansicht der ForscherInnen z. B. die Übergänge von der allgemeinbildenden Schule in eine voll qualifizierende Berufsausbildung verbessert werden und neue Gruppen wie Jugendliche mit Migrationshintergrund oder aus bildungsfernen Schichten für den Zugang zur Hochschulreife und ein Studium gewonnen werden.
Link zur Startseite mit Zugang zum Bericht, einer Kurzfassung sowie einer Presseerklärung
Einkommensgegensätze in Deutschland nehmen weiter zu
15. Juni 2010Lt einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaft (DIW) nehmen die Einkommensgegensätze in Deutschland weiter zu. Es gibt nicht nur immer mehr Arme, sondern eben auch immer mehr Reiche, deren Reichtum selbst ebenfalls wächst. Dafür schrumpfe die Mittelschicht, zu der lt. DIW nur noch 60 % der Menschen gezählt werden können. Diese starke Polarisierung gefährde den sozialen Zusammenhalt. In der Pressemitteilung des DIW zum neuen Wochenbericht wird Jan Goebel, einer der Autoren der Studie, zitiert, der das geplante Sparpaket der Bundesregierung als einseitig kritisiert: „Die bisher gemachten konkreten Vorschläge betreffen nur die unteren Einkommen. Der Anteil der Reichen aber steigt stetig und die Reicheren verdienen auch immer besser. Da stellt sich schon die Frage, ob diese Gruppe nicht auch einen Sparbeitrag leisten sollte.“
Sparen an den Armen?
8. Juni 2010Die Schwarz-Gelbe Koalition hat nach ihrer Sparklausur nun verkündet, wie sie das Defizit im Bundeshaushalt verringern will. Wie schon erwartet wurde, wird – vor allem ab 2012 – vor allen bei den Ärmeren gespart: 11 Milliarden sollen Kürzungen bei den Sozialeinsparungen bringen gegenüber 8 Milliarden bei der Wirtschaft. Gespart (bzw. gestrichen) werden soll an den Vermittlungsmaßnahmen für Erwerbslose, den Rentenzuschüssen für Hartz-IV-EmpfängerInnen, den Zuschlägen beim Übergang von Alg I zu Alg II, beim Elterngeld etc. Allerdings soll u. a. auch eine Finanztransaktionssteuer 2 Milliarden Euro einbringen.
Berichte und Kommentare auf:
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www.taz.de
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