Archiv der Kategorie: Allgemein

Entwurf des 6. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung wird kontrovers diskutiert

Der aktuelle Entwurf des 6. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung wird kontrovers diskutiert. Erstmals erfolgt die quantitative Bestimmung von Armut auf Basis des Lebenslagenansatzes. Dieser bezieht neben Einkommensarmut auch andere Armutsdimensionen wie Wohnen und Arbeit ein. Kritisiert wird bspw. vom Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPW), dass mit den gewählten Indikatoren Armut eher untererfasst würde. So wurden das Vermögen, nicht aber die Schulden durchgehend erfragt. Auch würden weiterhin Teile der Bevölkerung wie wohnungslose Menschen nicht miterfasst.

Entwurf des 6. Armuts- und Reichtumsberichts

Entwurf des 6. Armuts- und Reichtumsberichts (Kurzfassung)

Stellungnahme des DPW

Der neue Datenreport 2021 liegt vor

Mit dem Datenreport 2021 wird vom Statistischen Bundesamt, vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung sowie dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung ein ausführlicher Sozialbericht vorgelegt, der in dieser Ausgabe mit zwei neuen Themen aufwartet: Dem Klimawandel und den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Wir bereits aus anderen Studien vorher wird auch aus den hier vorgelegten Daten deutlich, dass die Pandemie die soziale Ungleichheit weiter befördert: Vor allem einkommensarme und benachteiligte Menschen sind von der Pandemie betroffen.

Link zum Datenreport 2021

Entwurf des neuen Armuts- und Reichtumsbericht: Soziale Ungleichheit nimmt zu

Der Entwurf des 6. Armuts- und Reichtumsberichts der Bundereigierung zeige eine „fortschreitend[e] Polarisierung der Einkommens- und Vermögenslagen“, so eine Stellungnahme des Paritätischen Gesamtverbands. Verstärkt würde diese Entwicklung noch durch die Corona-Pandemie. Kritisiert wird von dem Wohlfahrtsverband, dass von Armut betroffene Menschen am Bericht nicht beteiligt, sondern lediglich zu ihrer Lebenslage befragt wurden. Dies ist ein Rückschritt, da die Notwendigkeit ihrer Beteiligung eine relevante Erkenntnis des letzten Berichts war.

Stellungnahme des Paritätischen Gesamtverbands

Forderungen nach einem Coronazuschlag in der Grundsicherung werden lauter

In einem gemeinsamen Aufruf forderten Ende Januar 36 Gewerkschaften, Wohlfahrts- und andere Verbände, endlich einen Coronazuschlag für Bezieher_innen von Grundsicherung einzuführen. U. a. wird in dem Aufruf „die bedarfsgerechte Anhebung der Regelsätze auf mindestens 600 Euro sowie für die Dauer der Krise einen pauschalen Mehrbedarfszuschlag von 100 Euro“ gefordert.

Link zum Aufruf

Corona führt weltweit zu mehr Armut

Entgegen der sonstigen Einschränkung auf Armutsthemen bezogen auf Deutschland bzw. Europa möchte ich auf den GLOBAL HUMANITARIAN OVERVIEW 2021 der UN aufmerksam machen, der für 2021 eine weltweite Zunahme von Armut durch Corona prognostiziert. Betroffen seien 235 Millionen Menschen in Not, u. a. durch extreme Armut, Hunger, sinkende Lebenserwartung und die Zunahme von Todesfällen.

Report (in englischer Sprache)

Einkommensungleichheit steigt in der Corona-Krise

Das WSI (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut) legt im Auftrag der Böcklerstiftung den Verteilungsbericht 2020 vor. Es wird konstatiert, dass sich die bereits vor der Corona-Pandemie bestehende Einkommensungleichheit in Deutschland durch die Krise noch verschärft hat. So verzeichnen vor allem die unteren Einkommensgruppen Verluste durch die Pandemie. Neben kurzfristigen Maßnahmen wie die Anhebung des Kurzarbeitergelds und der Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze fordern die Autor_innen auch langfristige Schritte wie die Besteuerung von Kapitalerträgen und eine Reform der Erbschaftssteuer.

Link zum Bericht

Einkommensarmut 2019 stark angestiegen

Laut Berechnungen der Statistischen Ämter ist die Einkommensarmut in Deutschland 2019 um 0,4 % gestiegen und hat damit den höchsten Wert seit 15 Jahren erreicht. Am unteren Ende nach Bundesländern liegt der Stadtstaat Bremen, wo 24,9 % über weniger als 60 % des Durchschnittseinkommens verfügen; Bayern liegt mit 11,4 % am oberen Ende. Besonders betroffen sind zudem junge Erwachsene, Frauen, Alleinerziehende, Menschen mit einem niedrigen (formalen) Bildungsniveau sowie Nicht-Deutsche und Menschen mit Migrationshintergrund.

Ausführliche Daten auf Excelbasis

Die LINKE legt Neuberechnung der Regelsätze vor: 658 Euro plus Stromkosten

Laut einer Pressemitteilung der Linkspartei sowie mehrerer Medienberichte wurden die Regelsätze für ALG-II-Empfänger_innen von ihnen neu berechnet, indem zwar das herkömmliche Verfahren, aber nicht „die offensichtlichsten Rechentricks der Bundesregierung“ angewendet wurden. Sie kommen damit auf 658 Euro plus Stromkosten für eine_n Alleinstehenden. Auch die zum Januar 2021 erhöhten Sätze lägen damit noch mehr als 200 Euro unter dem tatsächlichen Bedarf.

Pressemitteilung von Katja Kipping vom 16.09.2020

Neue Untersuchung zu Mangellagen eines Leben mit Hartz IV

Im Auftrag des DPW wurde eine Expertise zu den Mangellagen eines Leben mit Hartz IV erstellt. In seinem Fazit kommt Autor Andreas Aust zu dem Ergebnis, dass die Regelsätze nicht bedarfsdeckend sind. Vor allem alleinstehende Erwachsene und Alleinerziehenden-Haushalte seien dadurch mit Mangel und Entbehrung konfrontiert.

Expertise

Lebenssituation von Wohnungsnotfällen in Deutschland

Pünktlich zum heutigen Tag der Wohnungslosen legt die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e. V. (BAG W) einen Statistikbericht zur Lebenssituation von Wohnungsnotfällen in Deutschland vor. Datenbasis ist das Jahr 2018. In ihrer Pressemitteilung fasst sie die Ergebnisse knapp zusammen: „Jünger, weiblicher, internationaler – und mit Kind“.

Pressemitteilung

Statistikbericht 2018 (2020)