Frauen verdienen immer noch weniger als Männer

3. Juni 2010

Wie das Statistische Bundesamt errechnet hat, liegt der Verdienst von Frauen in Deutschland seit mehreren Jahren konstant 23 % unter dem der Männer (sog. ‘Gender Pay Gap’). Interessanterweise haben die neuen Länder in Sachen Gleichberechtigung die Nase vorn, hier liegt der Unterschied 2009 nur bei 6 % gegenüber 25 % in den alten Ländern. Hierbei geht es übrigens nicht um den Verdienst auf denselben Positionen, sondern den durchschnittlichen Bruttostundenverdienst aller Beschäftigten. Dieser lag 2009 bei Frauen bei 14,90 Euro und bei Männern bei 19,40 Euro. Der Lohnabstand kann mit Faktoren wie ungleiche Zugänge zu bestimmten Positionen und Arbeitsfeldern erklärt werden.

Link zur Pressemitteilung des Statistischen Bundesamts

Erhalt der JobCenter doch fraglich!?

27. Mai 2010

Nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung ist trotz des gefundenen Kompromisses von Regierung und Opposition fraglich, ob die JobCenter erhalten bleiben.  Mittlerweile lägen 40 Änderungsvorschläge, vor allem aus den unionsgeführten Ländern, vor.  Die Sozialministerin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD),  sprach daher gegenüber der Süddeutschen von einem  “Riesenwirrwarr hinter den Kulissen”. Ein strittiges Thema ist offensichtlich die Umwandlung der JobCenter-Stellen in unbefristete Arbeitsverhältnisse. Ob das wohl alles bis zur Sommerpause Anfang Juli geklärt werden kann?

Link zum Artikel in der Süddeutschen Zeitung

Sanktionen gegen junge Arbeitslose zu scharf

15. Mai 2010

Wie im neuesten Bericht des Instituts  für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) festgestellt wird, sind die Sanktionen gegen junge Arbeitslose im SGB II zu scharf. Die sogenannten “U 25″ werden schärfer und häufiger sanktioniert, auch die Unterkunftskosten können neben der Regelleistung gestrichen werden – ein Wohnungsverlust droht. Die vom IAB befragten Fachkräfte sehen die bestehenden Sanktionsregelungen z. T. als zu scharf an. Letztendlich stellt das IAB die Frage: “Darf Hilfebedürftigen die Grundsicherung, ob anteilig oder ganz, durch Sanktionen entzogen werden? Oder muss Arbeitsmarktpolitik das Existenzminimum respektieren – auch wenn sich Leistungsbezieher/-innen regelwidrig verhalten?”

Link zum Bericht des IAB

Mehr Aufstocker im Alg-II-Bezug

5. Mai 2010

Wie viele Medien gestern und heute berichten, liegt der Nachrichtenagentur dpa ein neuer Statistikbericht der Bundesagentur für Arbeit vor, nach dem die Zahl der Aufstocker (Lohn plus Alg II) wächst – von 1,321 Millionen 2008 auf 1,325 Millionen 2009. Der Statistikbericht ist auf den Seiten der Bundesagentur noch nicht verfügbar. Wie bspw. der Focus online berichtet, hat vor allem die Zahl der Aufstocker mit einem Einkommen von weniger als 400 Euro zugenommen, während es weniger Menschen geworden sind, die bei einem Einkommen von mehr als 800 Euro auf ergänzende Leistungen angewiesen waren. Dafür sei die Zahl der Selbstständigen im Alg-II-Bezug ebenfalls gestiegen, nämlich von 72.000 auf mehr als 111.000.

Link zum Focus-online-Artikel

Zeitarbeit und befristete Arbeitsverträge sind keine Brücke in reguläre Arbeitsverhältnisse

30. April 2010

Wie eine aktuelle Untersuchung der Bertelsmann Stiftung zeigt, hat sich die Zeitarbeit in Deutschland zwischen 2000 und 2007 verdoppelt. Wie auch befristete Arbeitsverhältnisse stellt Zeitarbeit allerdings “selten eine Brücke in reguläre Arbeitsverhältnisse” dar, wie der Vorstandsvorsitzende der Stiftung in der Pressemeldung zitiert wird.  Auch die Ungleichbehandlung von ZeitarbeiterInnen und Stammbelegschaft wird in der Studie problematisiert.  In Zeiten eines Anstiegs der “working poor”, also derjenigen, die trotz Arbeit in materieller Armut leben müssen, ist diese Studie als äußerst brisant zu bezeichnen.

Link zur Pressemeldung

Link zur Studie

Arbeitsangebote oder Arbeitszwang?

20. April 2010

Wie Guido Westerwelle in der letzten (online nicht verfügbaren) Bild am Sonntag mitgeteilt hat, entscheidet das Kabinett morgen über Verschärfungen für die Gruppe der Unter-25-Jährigen im Rahmen der SGB-II-Leistungen. Sie sollen zukünftig gezwungen werden können, jedes Arbeits-, Aus- oder Fortbildungsangebot anzunehmen. Während die ZEIT dies lediglich als neutrale Information ins Netz stellt, schreibt die taz in einem Kommentar von “Arbeitszwang” und und einer Stigmatisierung der jungen Erwachsenen als “renitente Arbeitsverweigerer”. Entscheiden Sie selbst!

Link zum ZEIT-Artikel

Link zum Taz-Kommentar

Die Kultur-Tafel

19. April 2010

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. In der heutigen Taz wird über die Berliner “Kulturloge” berichtet, die ab 26.4. Arbeitslosen und GeringverdienerInnen den Zugang zur Berliner Kultur erleichtern möchte – durch kostenlose Tickets, die als Freitickets von diversen Kultureinrichtungen zur Verfügung gestellt werden sollen. U. a. bei der Berliner Tafel kann man sich mit entsprechendem Einkommensnachweis hierfür anmelden. Vorteil: An den Abendkassen entfällt das würdelose Nachweisen des Einkommens, um ein ermäßigtes Ticket zu ergattern.

Link zum Taz-Artikel

Heuschrecken und Mieterschutz

11. April 2010

Die früher einmal gemeinnützige Wohungsbaugesellschaft GSW in Berlin ist mittlerweile eine Aktiengesellschaft der Finanzinvestoren Cerberus und Whitehall und hat  bereits 18.000 Wohnungen aus dem Bestand verkauft. Nun wollen sie an die Börse, was Mieterverbände Schlimmstes befürchten lässt: Die weitere Verdrängung der alteingesessenen MieterInnen,  weitere Mieterhöhungen etc.  werden nicht ausbleiben.  Im Kommentar der Frankfurter Rundschau wird das Verhalten der rot-roten Berliner Regierung, die z. B. den Kauf einer Sperrminorität ablehnt,  als “weiterer Beleg für mangelnde politische Verantwortung und Weitsicht”  bezeichnet – und als Entscheidung für Kasse machen, gegen Mieterschutz.

Link zu einem Artikel der FR

Link zum Kommentar der FR

Osterpause!

31. März 2010

Der ArmutsBlog verabschiedet sich in eine kurze Osterpause und ist danach wieder mit aktuellen Studien, Berichten und Meinungen zum Thema Armut für Sie da!

Arbeit kann krank machen

25. März 2010

Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) legt aktuell eine Studie zu “psychischen Belastungen in der modernen Arbeitswelt” vor.  Arbeitslosigkeit kann gravierende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen,  aber auch Arbeit kann krank machen, vor allem im psychischen Bereich. So sei die Zahl psychischer Erkrankungen aufgrund belastender Arbeitsbedingungen gestiegen.  “Die psychische Gesundheit des Menschen ist dann besonders gefährdet, wenn er an seinem Arbeitsplatz zwischen hoch verdichteten Anforderungen und komplexen Abhängigkeiten erlebt, dass er mit seinen Entscheidungen und Handlungen wenig oder nichts bewirkt”, wird BPtK-Präsident Richter in einer Pressemitteilung der BPtK zitiert.  Vor allem die Dienstleistungsbranche ist  betroffen. Empfohlen wird die Verstärkung betrieblicher Prävention und – naheliegend für die BPtK – für die Betroffenen eine Psychotherapie.

Link zur Presseerklärung der BPtK

Link zur Studie der BPtK