Laut Auskunft des Statistischen Bundesamtes ist die Anzahl der WohngeldempfängerInnen von 2008 auf 2009 um 47,2 % auf insgesamt 860.000 Haushalte gestiegen. Rund 1,56 Milliarden Euro wurden 2009 hierfür ausgegeben. Vor allem in den neuen Ländern (ohne Berlin) leben Menschen, die ohne Wohngeld ihre Mietkosten nicht bestreiten könnten. Spitzenreiter sind Mecklenburg-Vorpommern (4,5 %) sowie Sachsen (3,7 %).
Archiv für die Kategorie „Wohnen“
Drastischer Anstieg der WohngeldempfängerInnen
Donnerstag, 16. Dezember 2010Mieten steigen – vor allem in den Städten
Donnerstag, 23. September 2010Laut einer aktuellen Studie der Immobilien-Beratungsfirma Empirica steigen die Mieten in Deutschland an – vor allem in den Städten. Fast 20 Jahre nach der letzten Wohnungsnot werden sogar hässliche Wohnungen wieder teuer vermietet. Bis zu 15 % teurer sind die Mieten 2010 im Vergleich zu 2009 (jeweils 2. Quartal) geworden, wie in der Studie laut Frankfurter Sonntagszeitung vom 05.09.2010 herausgefunden wurde.
Der Sozialstaat gehört allen!
Dienstag, 21. September 2010Menschen in Wohnungsnot haben ein Recht auf Wohnen, Arbeit, Gesundheit! Mit einer großen Kampagne macht die BAG Wohnungslosenhilfe im Europäischen Jahr gegen Armut und Ausgrenzung auf die Situation wohnungsloser Menschen aufmerksam. Neben vielen Aktionen in deutschen Städten findet die zentrale Veranstaltung der BAG Wohnungslosenhilfe in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Wohnungsnot Berlin am 23.09.2010 auf dem Berliner Alexanderplatz statt.
Sparen an den Armen?
Dienstag, 8. Juni 2010Die Schwarz-Gelbe Koalition hat nach ihrer Sparklausur nun verkündet, wie sie das Defizit im Bundeshaushalt verringern will. Wie schon erwartet wurde, wird – vor allem ab 2012 – vor allen bei den Ärmeren gespart: 11 Milliarden sollen Kürzungen bei den Sozialeinsparungen bringen gegenüber 8 Milliarden bei der Wirtschaft. Gespart (bzw. gestrichen) werden soll an den Vermittlungsmaßnahmen für Erwerbslose, den Rentenzuschüssen für Hartz-IV-EmpfängerInnen, den Zuschlägen beim Übergang von Alg I zu Alg II, beim Elterngeld etc. Allerdings soll u. a. auch eine Finanztransaktionssteuer 2 Milliarden Euro einbringen.
Berichte und Kommentare auf:
www.zeit.de
www.taz.de
www.spiegel.de
Sanktionen gegen junge Arbeitslose zu scharf
Samstag, 15. Mai 2010Wie im neuesten Bericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) festgestellt wird, sind die Sanktionen gegen junge Arbeitslose im SGB II zu scharf. Die sogenannten “U 25″ werden schärfer und häufiger sanktioniert, auch die Unterkunftskosten können neben der Regelleistung gestrichen werden – ein Wohnungsverlust droht. Die vom IAB befragten Fachkräfte sehen die bestehenden Sanktionsregelungen z. T. als zu scharf an. Letztendlich stellt das IAB die Frage: “Darf Hilfebedürftigen die Grundsicherung, ob anteilig oder ganz, durch Sanktionen entzogen werden? Oder muss Arbeitsmarktpolitik das Existenzminimum respektieren – auch wenn sich Leistungsbezieher/-innen regelwidrig verhalten?”
Heuschrecken und Mieterschutz
Sonntag, 11. April 2010Die früher einmal gemeinnützige Wohungsbaugesellschaft GSW in Berlin ist mittlerweile eine Aktiengesellschaft der Finanzinvestoren Cerberus und Whitehall und hat bereits 18.000 Wohnungen aus dem Bestand verkauft. Nun wollen sie an die Börse, was Mieterverbände Schlimmstes befürchten lässt: Die weitere Verdrängung der alteingesessenen MieterInnen, weitere Mieterhöhungen etc. werden nicht ausbleiben. Im Kommentar der Frankfurter Rundschau wird das Verhalten der rot-roten Berliner Regierung, die z. B. den Kauf einer Sperrminorität ablehnt, als “weiterer Beleg für mangelnde politische Verantwortung und Weitsicht” bezeichnet – und als Entscheidung für Kasse machen, gegen Mieterschutz.
Eurobarometer zum gesellschaftlichen Klima in der EU
Donnerstag, 4. Februar 2010Im Rahmen des jährlichen Berichts der Europäischen Kommission zur sozialen Lage in den Mitgliedsstaaten wurde vor zwei Tagen auch das sogenannte Eurobarometer zum gesellschaftlichen Klima in den EU-Staaten vorgestellt. Insgesamt sind die Menschen in den nordischen Ländern sowie den Niederlanden am zufriedensten mit ihrem Leben, die Unterschiede sind dabei insgesamt sehr groß im Ländervergleich. Bei den meisten Fragen liegt Deutschland eher im Mittelfeld. 87 % sind eher zufrieden mit ihrem Leben, 74 % beurteilen ihre wirtschaftliche Situation eher positiv und 62 % bewerten das Gesundheitswesen gut. Nur 12 % halten allerdings die Lage auf dem Arbeitsmarkt für gut, und nur 33 % bewerten die “Art und Weise der Auseinandersetzung mit sozialer Benachteiligung und Armut in Deutschland” positiv. Vor allem Letzteres sollte den Verantwortlichen zu denken geben.
Kältetote in Deutschland
Donnerstag, 7. Januar 2010Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e. V. (BAG W) weist in einer (aktualisierten) Pressemitteilung darauf hin, dass bereits neun Kältetote – überwiegend Wohnungslose ohne Unterkunft – in Deutschland erfroren sind. Die BAG W fordert u. a. bedarfsgerechte Unterkünfte und im Winter die Öffnung von Bahnhöfen und ähnlich geeigneten Unterschlüpfen. Während in vielen Großstädten im Winter ein Zusatzangebot für Wohnungslose gemacht wird, ist das Hilfeangebot in kleineren und mittleren Städten oft unzureichend. Auch aufgrund schlechter Unterkünfte ohne Wahrung der Intimsphäre ziehen manche wohnungslose Menschen die Übernachtung im Freien vor.
Link zur Pressemitteilung der BAG W
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Auf dem Laufsteg zur Wohnung
Dienstag, 13. Oktober 2009In Belgien wurde vor ein paar Tagen eine “Miss Obdachlos” gewählt. Die 58-jährige Gewinnerin musste sich ganz klassisch auf dem Laufsteg präsentieren und den üblichen Smalltalk einer Miss-Wahl hinter sich bringen. Dafür erhält sie nun eine Krone, eine Schärpe – und den Schlüssel für eine Wohnung, die sie ein Jahr lang bewohnen darf. Der Vorstandsvorsitzende des Fördervereins “Gemeinsam gegen Kälte”, Thomas Beckmann, bringt es lt. Zitat in der Süddeutschen Zeitung auf den Punkt: “Wer einigermaßen klar im Kopf ist, empfindet einen solchen Zynismus gegenüber den Leidtragenden als abartige Unverschämtheit.”
Ausgrenzung von Wohnungslosen – ein Interview
Montag, 17. August 2009Die taz-berlin hat heute im Montagsinterview einen Wohnungslosen aus Berlin, der über sich sagt: “Ich bin der Fußabtreter für alle: Verkäuferinnen, Wachschutz, Polizei”. Ein Anlass, mal über sein eigenes Verhalten gegenüber unangepassten Menschen nachzudenken…