Archiv der Kategorie: Kinderarmut

Kinderarmut in Deutschland oft Dauerzustand

In einer aktuellen Studie zu Kinderarmut in Deutschland wurde festgestellt, dass rund jedes 5. Kind mindestens fünf Jahre dauerhaft oder wiederkehrend in Armut lebt. Weitere 10 Prozent leben kurzzeitig in Armut. Definiert wurde Armut als Einkommensarmut (weniger als 60 Prozent des Durchschnittseinkommens oder Bezug von Grundsicherung). Als Konsequenz dieser Ergebnisse fordern die Autor_innen der Studie u. a. die Schaffung einer neuen finanziellen Leistung für Kinder, die bisherige familienpolitische Leistungen bündelt.

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Kinderarmut ungleich verteilt in Deutschland

Wie eine Studie im Auftrag von Unicef ergab, ist die Kinderarmut in Deutschland regional ungleich ausgeprägt. Trotz guter Bedingungen für Kinder im internationalen Vergleich wachsen bspw. zwischen 30 und 35 Prozent der Kinder in Teilen des Ruhrgebiets und Berlin unter drei Jahren in Haushalten auf, die von Hartz IV leben. Ansonsten zeigt die Studie die bekannten Risikofaktoren wie Kinder in Alleinerziehenden-Haushalten und/oder solchen mit Zuwanderungsstatus und niedriger formaler Bildung auf. Eine der Empfehlungen von Unicef ist die Aufnahme der Kinderrechte ins Grundgesetz.

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Kinderarmut ist vor allem die Armut minderjähriger Geflüchteter

Wie eine aktuelle Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) ergeben hat, basiert die Zunahme der Kinderarmut in Deutschland vor allem auf der Armut minderjähriger Geflüchteter. Die Armutsquote (< 60 % des Durchschnittseinkommens) stieg insgesamt von 19,0 % 2014 auf 19,7 % 2015. Das Armutsrisiko von Kindern und Jugendlichen ohne Migrationshintergrund ist allerdings in diesem Zeitraum leicht gesunken und auch bei Kindern, die zwar einen Migrationshintergrund haben, aber in Deutschland geboren wurden, ist keine nennenswerte Veränderung des Armutsrisikos festzustellen. Bei den nach Deutschland eingewanderten Minderjährigen dagegen ist die Armut zwischen 2011 und 2015 von 35,7 auf 48,9 Prozent gestiegen.

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Der 5. Armuts- und Reichtumsbericht ist da – zensiert?

Der 5. Armuts- und Reichtumsbericht ist erschienen und noch vehementer als schon beim letzten steht das böse Wort „Zensur“ im Raum. Eigentlich in der Mitte der Legislaturperiode fällig, hat der Bericht gerade noch vor den Neuwahlen das Licht der Öffentlichkeit erblickt. „Eine insgesamt positive Entwicklung der sozialen Lage in Deutschland“ liest das Bundesministerium für Arbeit und Soziales aus dem Bericht. Armut sei nur gefühlt gestiegen. Dagegen steht die Kritik u. a. des DPWV, „der neue Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung belege … faktenreich die zunehmende Ungleichheit von Einkommen und Vermögen“. Unangenehme Befunde seien zudem aus dem Bericht gestrichen worden. Machen Sie sich selbst ein Bild! Und wem 704 Seiten zu viel Lektüre sind – es gibt auch eine Kurzfassung…

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Kritik des DPWV

Unliebsame Befunde beim Armuts- und Reichtumsbericht?

Über die Medien ist es schon durchgesickert: Auch in dieser Legislaturperiode wird der noch nicht offiziell publizierte Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung kritisiert, weil unliebsame Befunde wie zu Kinderarmut und Wohnungsnot zugunsten von „Erfolgsmeldungen“ im Bericht der Regierung „versteckt“ werden. Eine Pressemitteilung der Diakone Deutschland prangert dies an.

Pressemitteilung der Diakonie

Noch keine Chancengleichheit in der Bildung

Die aktuellen Ergebnisse vom Länderranking im Rahmen der Pisa-Studie von 2015 lassen Deutschland ganz gut aussehen: So liegt Deutschland an 16. Stelle von 71 sowie die Schüler_innen in allen geprüften Bereichen über dem OECD-Durchschnitt. Was die Chancengleichheit angeht, sieht es allerdings nicht so gut aus: Weiterhin ist sowohl eine Geschlechterungleichheit als auch Benachteiligung von Kindern aus sogenannten bildungsfernen Haushalten zu verzeichnen. Diese „Sozialvererbung“ in Deutschland wurde schon bei der ersten Pisa-Studie vor 15 Jahren kritisiert, wie ein taz-Artikel zum Thema aufzeigt.

taz-Artikel zum Thema

 

Soziale Gerechtigkeit in der EU

Im Auftrag der Bertelsmannstiftung wurde soeben ein Bericht zur Sozialen Gerechtigkeit in der EU vorgelegt. Die wesentlichen Erkenntnisse: Die Teilhabechancen der Menschen haben sich in den meisten Ländern verbessert, liegen aber noch unter dem Vorkrisenniveau. Armut und Ausgrenzung sind noch immer auf einem besorgniserregenden Niveau und Kinder und Jugendliche sind hiervon besonders betroffen. Im Ländervergleich liegt Deutschland beim Gesamtindex „Soziale Gerechtigkeit“ auf Platz 7 von 28 Mitgliedsstaaten. Platz 1 wird von Schweden besetzt und am unteren Ende befindet sich Griechenland. Die Autor_innen der Studie empfehlen einen multidimensionalen Ansatz für die Sicherstellung von mehr Teilhabegerechtigkeit und sprechen konkrete Empfehlungen aus.

Zusammenfassung der Ergebnisse

Verfestigung von Armut und Reichtum in Deutschland

Wie der diesjährige Verteilungsbericht des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) zeigt, nimmt die sogenannte soziale Mobilität ab, d. h.: „Armut und Reichtum werden immer dauerhafter“. Vor allem in Ostdeutschland sei die Durchlässigkeit zwischen den Einkommensklassen seit der Wiedervereinigung stark rückläufig.  Immer mehr Menschen würden so dauerhaft an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Das WSI fordert u. a. eine stärkere Umverteilung über Steuern und die Verringerung von Langzeitarbeitslosigkeit sowie den Abbau von Ungleichheiten im Bildungssystem.

Kinderarmut steigt – trotz guter Wirtschaftslage

In einer neuen Studie im Auftrag der Bertelsmannstiftung zum Thema Kinderarmut wurde festgestellt, dass 2015 14,7 % der Kinder in Deutschland in Hartz-IV-Familien lebten. Dies ist ein Anstieg um 0,4 % seit 2011. Weiterhin sind vor allem Kinder Alleinerziehender sowie Kinder in Familien mit zwei und mehr Geschwistern überproportial betroffen. Besonders dramatisch ist, dass Armut für diese Kinder oft zum Dauerstand wird: 57 % von ihnen bezogen drei Jahre und länger staatliche Unterstützung nach dem SGB II. Regionale Unterschiede bestehen, so stieg die SGB-II-Quote im Westen leicht, im Osten sank sie.

Link zum Factsheet (8 Seiten)

Datenreport 2016 mit Schwerpunkt Migration

Das Statistische Bundesamt und das Wissenschaftszentrum Berlin haben im Mai den Datenreport 2016 vorgestellt. Interessant im Kontext von Armut sind vor allem die Kapitel 6 und 7 zu den Einnahmen und Ausgaben privater Haushalte sowie zur sozialen Mobilität. Aber auch in den anderen Kapiteln finden sich Hinweise auf Armuts- und Ungleichheitsfaktoren, wie bspw. in den Lebenslagenbereichen Wohnen und Gesundheit. Schwerpunkt des Reports ist dieses Mal Migration.

Link zum Datenreport 2016